Führung und Personalmanagement -

Arbeitszeugnisse

Nach einer Kündigung steht zum Ende der Beschäftigung das Schreiben eines Arbeitszeugnisses an. Wer schreibt es und was sollte dieses beinhalten?

Aus Zeitmangel und Fehlen von fundierten Fachkenntnissen über Inhalte von Arbeitszeugnissen raten Vorgesetzte ihren Mitarbeitern häufig, die Zeugnisse in Eigenregie zu schreiben.

Entstehen können dabei Formulierungen wie: „Seine stets ausgezeichneten Leistungen waren stets und in jeder Hinsicht zu unserer vollsten Zufriedenheit und fanden immer unsere höchste Anerkennung".

Die Absicht des Mitarbeiters, sich selbst Bestnoten auszustellen steht hier im Vordergrund. Dabei geht es um das Ausstellen eines aussagefähigen, fundierten und vor allem auch rechtssicheren Zeugnisses. Denn beim Schreiben eines Arbeitszeugnisses gibt es wichtige Regeln und Sprachcodes zu beachten, die für Laien nicht immer auf dem ersten Blick erkennbar sind, aber durchaus zu einer falschen Bewertung führen können.

Unser Tipp:
Schreiben Sie als Vorgesetzter die Zeugnisse selber.

Unter Berücksichtigung von fünf Elementen ein aussagekräftiges Zeugnis ausstellen:

  • Einleitung
  • Aufgabenbeschreibung
  • Leistungsbeurteilung (Fachkenntnisse, Leistung, Belastbarkeit, Arbeitsweise, Arbeitserfolg)
  • Verhaltensbeurteilung
  • Schlussformulierung

Wichtig ist auch die Überschrift „Zeugnis“, „Arbeitszeugnis“ oder „Zwischenzeugnis“. Jedes Zeugnis muss ein Datum und mindestens eine, möglichst zwei Unterschriften enthalten.

Unter www.arbeitszeugnis-info.de können Sie unter Angabe der persönlichen Daten zum Mitarbeiter, des Zeitraums des Arbeitsverhältnisses und der Bewertung der Leistung nach Schulnoten 1 bis 6 einfach und schnell Arbeitszeugnisvorlagen mit vorformulierten Sätzen erstellen, die als Grundlage genutzt werden können. Bei Eingabe der Schulnote 1 erhält man zum Beispiel folgende Formulierungen für die Leistungsbeurteilung, die Verhaltensberurteilung und die Schlussformulierung:

Fachkenntnisse:

...mit schwierigen Aufgaben betraut werden, die sie völlig selbständig erfolgreich bearbeitete.

Leistung:

...stets zu unserer vollsten Zufriedenheit

Belastbarkeit:

...sehr viel Eigeninitiative und war jederzeit bereit und fähig...

Arbeitsweise:

...erledigte ihre Aufgaben stets mit äußerster Sorgfalt und größter Genauigkeit.

Arbeitserfolg:

...zeigte außergewöhnlichen Einsatz und hervorragende Leistungen

Verhalten:

Wegen ihrer/seiner stets verbindlichen, kooperativen und hilfsbereiten Art war Frau/Herr XY ihren/seinen Vorgesetzten eine wertvolle Stütze und den Kollegen ein geschätzter Partner/in.

Schlussbemerkung:

Wir danken Frau/Herr XY für die stets gute Zusammenarbeit und bedauern sehr, sie/ihn zu verlieren. Zugleich haben wir Verständnis dafür, daß sie/er die ihr/ihm gebotene Chance nutzt. Wir wünschen ihr/ihm für die Zukunft alles Gute.

Die häufig verwendeten Ausdrücke für die Schulnoten 1 bis 6 können wie folgt übersetzt werden:

sehr gut = „stets zu unserer vollsten/höchsten Zufriedenheit“
gut = „stets zur vollen Zufriedenheit“
befriedigend = „stets zur Zufriedenheit“
ausreichend =„zur Zufriedenheit“
mangelhaft bis ungenügend = „stets bemüht“

Textbausteine und Tätigkeitsbeschreibungen für ausführlichere und rechtssichere Arbeitszeugnisse erhalten Sie im Haufe Praxisratgeber „Arbeitszeugnisse“ (ISBN: 3-448-09074-3).

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