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Corona: So soll die Versorgung mit Medizinprodukten gesichert werden

Aufgrund der Corona Pandemie wurde der Warenverkehr für Medizinprodukte am 4. März 2020 in Deutschland stark eingeschränkt. Der BVMed sieht dies äußerst kritisch an und schlägt einen 3-Stufen-Plan vor, um in Krisenzeiten eine ausreichende medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Quelle: Arek Socha, Pixabay

Schon jetzt haben 60% der Medizintechnikunternehmen Probleme Waren von ihren Zulieferern zu erhalten. Weitere 35% haben Schwierigkeiten ihren Eigenbedarf an medizinischer Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel zu decken. Das ging aus einer Blitzumfrage vom Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed) hervor. Schutzausrüstungen werden benötigt um weitere Medizinprodukte herzustellen.

Um diesen Trend entgegenzuwirken fordert der BVMed einen freien Warenverkehr, eine Aufschiebung der EU-Medizinprodukte-Verordnung und einen nationalen Notfallplan.

Freier Warenverkehr

Am 4. März 2020 wurde ein Exportverbot für medizinische Schutzausrüstung in Deutschland verhängt, um diese für eigene Zwecke zu nutzen. Schon da sah BVMed dies kritisch an. Europäische Produktionstätten, die zwingend notwendige Medizinprodukte für Deutschland herstellen, benötigen diese Schutzausrüstung für ihre Produktionen. Ein solches Exportverbot schränkt den freien Warenverkehr in ganz Europa ein und wirkt sich auf Dauer negativ auf die Bekämpfung der Corona Pandemie aus.

Dieses Exportverbot wurde jedoch acht Tage später am 12. März 2020, nach Gesprächen mit der Medizinprodukte Branche, aufgelockert. Am 14. März 2020 stellte zudem eine EU-weite Anordnung den freien europäischen Warenverkehr sicher. So hat die Bundesregierung bereits 6.500 Beatmungsgeräte bis Ende März bestellt. Wichtige Maßnahmen nicht nur für bestehende Krankenhäuser, sondern auch für solche die provisorisch gebaut werden sollen.

Bund und Länder haben sich nämlich auf einen Notfallplan geeinigt, in dem durch das Umrüsten von großen Hallen, Reha-Einrichtungen und Hotels weitere Kapazitäten geschaffen werden könnten. So plant Berlin, mit der Unterstützung der Bundeswehr, ein provisorisches Krankenhaus mit 1.000 Betten auf dem Messegelände Berlin.

Aufschiebung der Medizinprodukt Verordnung

Am 26. Mai 2020 wird eine EU-weite Verordnung in Kraft treten, die die regulatorische Anforderungen für Medizinprodukten stark erhöht. Damit ist ein größerer personaler Aufwand, in der Herstellung von Medizinprodukten, verbunden. Laut dem BVMed stellt dies eine zusätzliche Belastung für die Branche dar, die in Krisenzeiten nicht tragbar wäre. Aus diesem Grund wird eine Aufschiebung dieser Verordnung, bis nach der Corona Pandemie gefordert.

Nationaler Notfallplan

Als letzten Schritt fordert Dr. Marc-Pierre Möll (BVMed-Geschäftsführer) einen kritischen und strategischen Dialog über einen nationalen Notfallplan. Dies sei erforderlich um eine Versorgung aller Patienten zu gewährleisten, nicht nur in der Corona Pandemie, sondern auch in zukünftigen medizinischen Krisen. Eine Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Branchen und der Regierung sei dabei unumgänglich.

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