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Jobwechsel: Chancen und Risiken genau abwägen

Wer unglücklich in seinem Job ist, länger schon auf der Stelle tritt und ein Weiterkommen nicht in Aussicht ist, sollte sich nicht vor einem Jobwechsel scheuen

Bildquelle: Ben White auf Unsplash

Allerdings sollte der Jobwechsel in ein anderes Unternehmen oder in eine andere Branche sorgfältig durchdacht und geplant sein. Ein Jobwechsel in eine andere Abteilung, ein neues Unternehmen oder sogar in ein fremdes Berufsfeld, gehört zu einem normalen Lebenslauf dazu. Egal aus welchen Gründen der Jobwechsel vorgenommen wird. In einer Mobilitätsstudie gehen über 70 % der befragten Personaler davon aus, dass heutige Berufseinsteiger im Laufe ihrer Karriere fünf bis zehn Mal ihren Job wechseln. Grund genug, sich beruflichen Veränderungen nicht zu entziehen.

Zu häufige Jobwechsel, sogenannte Jobhopper, werden jedoch häufig als Zeichen für Unzuverlässigkeit und mangelndes Durchhaltevermögen gedeutet. Es gilt ein gesundes Mittelmaß für die eigene Karriere zu finden. Nachfolgend haben wir Ihnen Checklisten zusammengestellt, um Ihre persönlichen Chancen und Risiken für einen eventuell anstehenden Jobwechsel zu überprüfen.

Jobwechsel Schritt 1: Ihr Job im Fokus

Vor einem Jobwechsel sollten Sie präzise das Für und Wider abwägen. Nehmen Sie sich viel Zeit, um Ihre Ausgangssituation, Vor- und Nachteile der jetzigen Position und die Veränderungsmöglichkeiten zu analysieren und zu gewichten.

Checkliste „Ihr Job“:
Antwortmöglichkeiten: sehr gut, gut, weniger gut oder unbefriedigend.

  • Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem derzeitigen Tätigkeitsbereich?
  • Werden Sie genügend gefordert und gefördert?
  • Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer inner- und außerbetrieblichen Weiterbildung?
  • Wie beurteilen Sie Ihre persönlichen Aufstiegschancen?
  • Ist Ihr Gehalt angemessen? Werden besondere Leistungen honoriert?
  • Fühlen Sie sich in dem derzeitigen Unternehmen und Arbeitsumfeld wohl?
  • Wie sieht es mit der Sicherheit Ihres Arbeitsplatzes aus?
  • Wie zukunftsorientiert präsentiert sich Ihr Arbeitgeber am Markt?

Auswertung:
Nach dieser Kurzanalyse lassen sich leicht Ihre persönlichen Motive für einen eventuell anstehenden Jobwechsel ergründen. Auch wenn die meisten Fragen mit den beiden negativen Kategorien beantwortet wurden, heißt es noch lange nicht, dass ein Jobwechsel zwingend notwendig ist. Hier gilt es genau zu analysieren, ob es sich um eine momentane Unzufriedenheit handelt, die sich durch Gespräche z.B. zum Gehalt, Weiterbildungsmöglichkeiten und Aufstiegschancen verbessern lässt. Oder ob es sich um eine dauernde Unzufriedenheit handelt, dann ist schnelles Handeln unabdingbar.

Jobwechsel Schritt 2: Entwickeln Sie klare Zukunftsperspektiven

Sind Sie zum Schluss gekommen, dass interne Veränderungen bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber nicht möglich sind, Aufstiegschancen und Gehaltserhöhungen ebenfalls sehr minimiert sind, dann sollten Sie sich nicht vor einem Jobwechsel scheuen. Gehen Sie dabei strategisch vor. Beschreiben Sie möglichst ausführlich, was Sie von Ihrer neuen Tätigkeit erwarten. 

Checkliste Zukunftsperspektiven:

  • Wo möchten Sie zukünftig beruflich in 1 Jahr, in 5 Jahren und in 10 Jahren stehen?
  • Welche Arbeitsbereiche und Unternehmen passen zu Ihrem Jobprofil?
  • An welchen Aufgaben und Tätigkeiten haben Sie besonderes Interesse?
  • Interessiert Sie die Übernahme von mehr oder weniger Verantwortung als in Ihrer bisherigen Position? Wenn Sie mehr Verantwortung wünschen, bitte ergründen ob personell, projektbezogen oder budgetbezogen.
  • Wären Sie bereit für einen neuen Job Ihren Wohnort zu wechseln?
  • Wären Sie bereit, bei einem neuen Job auf eine Gehaltserhöhung zu verzichten?

Jobwechsel Schritt 3: Bereit für den Jobwechsel

Die Eckdaten für Ihren Wunschjob stehen nun fest, jetzt gilt es in der Fach- und Tagespresse bzw. in Online-Jobportalen nach dem richtigen Job zu suchen. Achten Sie auf interne Stellenausschreibungen, hören Sie sich in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis um und informieren Sie sich ausführlich über Print- und Onlinemedien über Jobangebote. Bereiten Sie sich auf die Bewerbungsphase intensiv vor. Dazu können Besuche von Kommunikationstrainings, Fortbildungsveranstaltungen zur Ergänzung Ihres persönlichen beruflichen Profils und auch interne Fortbildungen gehören. Engagieren Sie sich weiter in Ihrem „alten“ Aufgabengebiet, denn Ihr Engagement und Ihre Arbeitsergebnisse spiegeln sich später in Ihren Bewerbungsunterlagen wieder.

Jobwechsel Schritt 4: Ergründung Unternehmensprofil

Sie haben sich jetzt für einen neuen Job fit gemacht, nun gilt es Ihren neuen potenziellen Arbeitgeber genauestens zu prüfen.

Checkliste neues Unternehmen:

  • Gab oder gibt es in dem Unternehmen eine große Fluktuation gerade im Management?
  • Gibt es strukturelle Veränderungen in dem Unternehmen wie z.B. Fusionen, Unternehmensverkauf, Auslagerung von Abteilungen?
  • Geht es dem Unternehmen wirtschaftlich gut?
  • Ist der neue Arbeitsplatz sicher?
  • Gibt es viele Entlassungen und Kündigungen in dem Unternehmen?
  • Welche Aufstiegsmöglichkeiten bietet Ihr zukünftiges Aufgabengebiet?
  • Wie lautet die Firmenphilosophie?
  • Wie sehen die internen Strukturen aus? 

Jobwechsel Schritt 5: Der Jobwechsel

Jetzt sind Sie gut vorbereitet für die Bewerbungsphase bis zum Vorstellungsgespräch. Aus einer ungekündigten Stellung heraus sich zu bewerben ist ein wichtiges Plus bei den Gesprächen. Die Personaler können sich sicher sein, dass Sie es ernst meinen mit dem Jobwechsel und Ihr Interesse an der neuen Tätigkeit sehr hoch ist. Wenn Sie dann den neuen Arbeitsvertrag in der Tasche haben, haben Sie gewonnen!

Häufige Fragen rund um Jobwechsel und neue berufliche Entscheidungen

Was tun, wenn man unglücklich im neuen Job ist und Zweifel bekommt?

Es ist keine Seltenheit, unglücklich im neuen Job zu sein. Entscheidend ist, herauszufinden, ob die Unzufriedenheit aus der Eingewöhnungsphase resultiert oder ob grundlegende Erwartungen nicht erfüllt werden. Gespräche mit Führungskräften zu führen, Feedback einzuholen und einen realistischen Zeitraum zur Neubewertung zu nutzen, hilft, eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Neuer Job ja oder nein. Wie lange sollte man durchhalten?

Die Entscheidung für oder gegen einen neuen Job lässt sich selten nach wenigen Wochen treffen. In der Regel sind mehrere Monate nötig, um die Aufgaben, die Unternehmenskultur und die Entwicklungsmöglichkeiten realistisch einzuschätzen. Erst wenn sich nach dieser Zeit keine Verbesserung zeigt, sollte man Konsequenzen ziehen.

Wann ist ein Jobwechsel nach 10 Jahren im selben Unternehmen sinnvoll?

Ein Jobwechsel nach zehn Jahren kann sinnvoll sein, wenn die Lernkurve flach wird, es an Perspektiven fehlt oder sich die persönlichen Ziele verändert haben. Eine langjährige Betriebszugehörigkeit wird von vielen Arbeitgebern geschätzt, sofern der Wechsel gut begründet ist und eine fachliche Weiterentwicklung erkennbar ist.

Ist ein Jobwechsel mit 45 Jahren ein Karriere Risiko?

Ein Jobwechsel mit 45 gilt heute nicht mehr als Karrierebruch. Erfahrung, Stabilität und Fachkompetenz sind wertvolle Faktoren. Wichtig ist, die eigene Rolle klar zu definieren und aufzuzeigen, welchen konkreten Nutzen man für das neue Unternehmen mitbringt.

Ab wann gilt man als Jobhopper und schadet das der Karriere?

Als Jobhopper gelten Personen, die sehr kurze Beschäftigungszeiten ohne erkennbare Entwicklung aufweisen. Einzelne kurze Stationen sind hingegen unproblematisch, sofern sie nachvollziehbar erklärt werden können. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Wechsel, sondern die inhaltliche Logik dahinter.

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